In diesem Mathelexikon finden Sie zentrale Ideen für die Unterrichtspraxis kompakt in alphabetischer Reihenfolge dargestellt.

A

Aufgabenadaption

  • nicht immer ist es möglich, eine optimale Lernumgebung für alle Kinder über die natürliche Differenzierung zu erreichen

  • Aufgaben müssen teilweise entsprechend angepasst werden, um für leistungsstärkere und leistungsschwächere Lerner bearbeitbar zu sein
  • alle Kinder lernen somit trotzdem noch an ein und demselben Lerngegenstand und ein Austausch über ihre Lernwege ist weiterhin möglich
  • Aufgaben können entsprechend der sieben Leitideen adaptiert werden. Eine Übersicht finden Sie hier

Mathe inklusiv mit PIKAS - Infotext - Aufgaben adaptieren

Alltagssprache

  • entspricht der Kommunikation, welche die Kinder aus dem Alltag gewohnt sind
  • bildet den Ausgangspunkt der Sprachförderung im Fach und steht der Bildungssprache als Ziel von sprachförderndem Unterricht gegenüber
  • Merkmale der Alltagssprache:
    • ist eher vage
    • nutzt allgemeine unspezifische Verben (machen, sein,...) und deiktische Ausdrücke (hier, das, da,...)
    • meist kontextgebunden
    • vermehrte Nutzung von Hauptsätzen und kurzen einfachen Sätzen

PIKAS - Fortbildungsmaterial - Sprachbildung im Mathematikunterricht

B

Bilderbücher

  • mit Bilderbüchern kann das mathematische Denken angeregt werden
  • durch die Einbindung von Mathematik in die Geschichten werden die Kinder zum Entdecken und Sprechen über mathematische Inhalte angeregt

PIKAS - Unterrichtsmaterial - Bilderbücher im Anfangsunterricht

Bildungssprache

  • steht als Ziel des sprachfördernden Unterrichts der Alltagssprache gegenüber
  • wird zunehmend abstrakter und ist immer weniger an konkrete Anschauung gebunden (kontextreduzierter Sprachgebrauch)
  • Merkmale der Bildungssprache:
    • nutzt eine spezialisierte Sprache mit Fachausdrücke, Oberbegriffen und einen differenzierten Wortschatz
    • weist konzeptionelle Merkmale der Schriftlichkeit auf
    • nutzt unpersönliche Ausdrücke (man, es gibt,...), Substantivierungen, Komposita, Passivkonstruktionen, Konjunktionen, Ersatzformen für einzelne Wörter und Satzglieder (dadurch, dazu,...) und komplexe Satzstrukturen (z.B. Bedingungssätze)

PIKAS - Fortbildungsmaterial - Sprachbildung im Mathematikunterricht

PIKAS - Infotext - PIKAS Unterrichtsprinzipien

D

Darstellungswechsel

  • es wird zwischen vier Darstellungsformen unterschieden: Handlung am Material, bildliche Darstellung, mathematisch-symbolische Darstellung und sprachliche Darstellung (mündlich und/oder schriftlich "in Worte fassen")
  • eine Zahl oder Operation kann durch verschiedene Darstellungsformen ausgedrückt und in andere Darstellungsformen übertragen werden (z. B. 24 Holzwürfel legen, zwei Zehnerstangen und vier Einerwürfel zeichnen, die Zahl "24" schreiben, das Zahlwort "vier-und-zwanzig" nennen oder notieren)
  • zur Entwicklung eines tragfähigen Zahl- und Operationsverständnisses ist eine verstehensbasierte Vernetzung der Darstellungsfomen wichtig

PIKAS - Unterrichtsmaterial - Guter Umgang mit Darstellungsmitteln

primakom - Infotext - Prozessbezogene Kompetenz Darstellen

Diagnoseaufgaben

  • dienen dazu, die Denkwege und Vorgehensweisen der Kinder zu verstehen und damit die mathematischen Kompetenzen der Kinder zu erheben
  • folgende Kriterien sind grundlegend:
    • Informativität: Können mit Hilfe der Aufgaben Vorgehensweisen und Denkwege erhoben werden?
    • Offenheit: Sind Bearbeitungen auf unterschiedlichen Anforderungsniveaus möglich?
    • Prozessbezug: Werden prozessbezogene Kompetenzen angesprochen?

Mathe inklusiv mit PIKAS - Infotext - Diagnose- und Förderaufgaben

Diagnoseinstrumente

PIKAS - Unterrichtsmaterial - Lernstände wahrnehmen

E

Einschleifübungen

  • Einschleifübungen sind Teil des WEGE-Konzepts
  • differenzierter Einsatz grundlegender Übungen zur direkten gedächtnismäßigen Verankerung und korrekten Verwendung der aktuell erworbenen einzelnen Fachbegriffe in einem eng begrenzten inhaltlichen und sprachlichen Rahmen (mit eingegrenzten Satzmustern)
  • Beispiele für Einschleifübungen

PIKAS - Fortbildungsmaterial - Das WEGE-Konzept

PIKAS - Unterrichtsmaterial - Orientierung an der Hundertertafel

Eigenproduktionen

  • Eigenproduktionen sind Teil des WEGE-Konzepts
  • können mündliche oder schriftliche Äußerungen von Kindern sein und in allen Jahrgängen eingesetzt werden
  • knüpfen an die vorhandenen individuellen Kompetenzen und Defizite an
  • Kinder können selbst entscheiden, wie sie vorgehen oder wie sie ihre Aufgabe darstellen
  • Es können 4 Typen unterschieden werden (Selter & Sundermann, 2006, S. 128-135):
    • Kinder können selbst Aufgaben erfinden
    • Kinder nutzen individuelle Rechenwege und stellen diese dar
    • Kinder nutzen, beschreiben und begründen mathematische Zusammenhänge
    • Kinder reflektieren ihren Lernprozess/ den Lehrinhalt

PIKAS - Infotext - Eigenproduktionen im Mathematikunterricht

Entdeckerpäckchen

  • werden auch "schöne Päckchen" genannt und bezeichnen Aufgabenserien, deren Aufgaben sich in konstanter Weise verändern (z. B. 4 + 1, 5 + 2, 6 + 3 ...) 
  • zählen zu "guten Aufgaben", da mit ihnen inhaltsbezogene und prozessbezogene Kompetenzen gefördert werden können
  • regen zum Entdecken, Beschreiben und Begründen mathematischer Zusammenhänge an
  • ermöglichen das Entdecken und Fortsetzen mathematischer Muster und Strukturen
  • können als Eigenproduktionen eingesetzt werden
  • Forschermittel können das Entdecken, Beschreiben und Begründen visuell unterstüzen

PIKAS - Unterrichtsmaterial - Entdeckerpäckchen

F

Forscherhefte 

  • ermöglichen den Kindern, sich eigenständig mit herausfordernden, problemhaltigen Aufgaben auseinanderzusetzen
  • in der offensten Form sind es leere Hefte, in welche die Kinder ihre mathematischen Entdeckungen zu selbstgewählten Inhalten eintragen
  • in den Forscherheften äußern die Kinder Vermutungen, variieren Zahlen systematisch, analysieren Veränderungen, untersuchen Zusammenhänge, dokumentieren Beobachtungen, notieren Erklärungen, etc.
  • Forscherhefte sind persönliche Dokumente über die (fortschreitenden) Entdeckungen der Kinder 

PIKAS - Unterrichtsmaterial - Forscherheft Mal-Plus-Haus

Forschermittel

  • dienen als Instrumente des Erkennens, des Begreifens, des Entdeckens und Beweisens
  • dienen der Dokumentation des Erkannten
  • Funktionen der Forschermittel mit den Kindern gemeinsam reflektieren 
  • Forschermittel können auf einem Plakat gesammelt werden 
  • Forschermittel-Plakate können themenbezogen oder themenübergreifend angelegt werden 

PIKAS - Unterrichtsmaterial - Forschermittel-Plakat

G

Ganzheitliche Übung

  • Ganzheitliche Übungen sind Teil des WEGE-Konzepts
  • individualisiertes Angebot weiterführender Übungen zur Aktivierung und flexiblen Anwendung einer Vielzahl erworbener Fachbegriffe in einem erweiterten inhaltlichen und sprachlichen Rahmen (mit unterschiedlichen Satzmustern)

https://pikas.dzlm.de/node/1117

https://pikas.dzlm.de/node/1121

H

Haltestelle

  • dient der Gruppenfindung für eine Mathekonferenz 
  • die Gruppenfindung ist durch das Lerntempo der Kinder bestimmt
  • Gruppengröße kann ab zwei Kindern gewählt werden 
  • fester Platz im Klassenraum, der als „Haltestelle“ gekennzeichnet wird 
  • an der Haltestelle tragen oder klammern sich die Kinder an ein Tortenstück, in eine Tabelle, an einen Bus, etc., um anschließend gemeinsam mit der gewünschten Gruppengröße zu einem „Chatpoint“ zu gehen
  • "Chatpoints" dienen dem Ergebnisvergleich, der gemeinsamen Bearbeitung weiterführender Aufgaben oder der Vorbereitung einer Präsentation

 https://pikas.dzlm.de/node/787

Herkunftssprache

  • Die Richtlinien und Lehrpläne NRW 2012 fordern Lehrkräfte auf, die Herkunftssprachen der Kinder wertzuschätzen, im Unterricht darauf zurückzugreifenden und den kulturellen Erfahrungen der Kinder Interesse und Wertschätzung entgegenzubringen
  • umgesetzt werden kann dies, indem den Lernenden Wortspeicher in ihrer Muttersprache angeboten werden, Murmelphasen in der Muttersprache geführt werden können und Sprachvergleiche durchgeführt werden
  • Originaltexte aus Lehrwerken der Herkunftsländer der Lernenden können herangezogen werden, um z.B. zu einer Bildsituation eine passende Rechengeschichte zu erfinden.

https://pikas.dzlm.de/node/1016

I

Interferenzen

  • bezeichnen das Einwirken einer Sprache auf eine andere Sprache, z.B. das fehlerhafte Übertragen von Regeln/Gewohnheiten und Kontexten aus der Muttersprache in die Fremdsprache aber auch von der Alltagssprache in die Bildungssprache

https://pikas.dzlm.de/node/1016 (Arbeitsblatt 1)

J

Kinderlehrplan 

  • bietet eine schüler- und elterngerechte "Übersetzung" der im Fach Mathematik zu erwerbenden Kompetenzen in Form eines Plakats 
  • die Gestaltung des Plakates orientiert sich an der grafischen Übersicht des Lehrplans NRW
  • es werden die prozessbezogenen ("Forscher-PIKO") und inhaltsbezogenen ("Aufgaben-PIKO") Kompetenzen aufgeführt

 pikas.dzlm.de/node/555

K

Kleingruppengespräche

  • dienen der Differenzierung
  • zur Problementfaltung oder als Zwischen- und Abschlussreflexion möglich
  • können parallel zur Arbeitsphase der Klasse laufen
  • können lehrergeleitet oder selbständig durch die Kinder mit Hilfe eines Leitfadens ablaufen (s. Mathekonferenz)
  • die Gruppen können leistungsheterogen oder -homogen zusammengesetzt sein
  • können situativ zur Klärung von Fragen initiiert werden
  • bei Kleingruppenkonferenzen sollten sprachliche Hilfsmittel zur Verfügung stehen

Kindersprechstunde 

  • ist ein Instrument, um den Kindern Rückmeldung über ihre Lernentwicklung zu geben
  • kann Kinder zur Reflexion über vergangenes und zukünftiges Lernen anregen 
  • kann mehrmals pro Halbjahr stattfinden 
  • die Kinder und/oder die Lehrkraft legen einen Gesprächsanlass fest
  • die Kinder tragen sich in eine Termin-Liste ein
  • Arbeitsmaterialien, Produkte der Kinder, etc. werden einbezogen
  • abschließend wird ein Gesprächsprotokoll erstellt 

pikas.dzlm.de/node/832

Knobelaufgaben

  • zählen zu guten, offenen Aufgaben
  • regen zum Rätseln, Nachdenken, Analysieren und Kombinieren an 
  • lassen in der Regel vielfältige Lösungswege zu
  • werden bestenfalls thematisch passend zur Lernaufgabe der Lerngruppe gestellt und verlangen eine tiefer gehende Bearbeitung
  • gehen oftmals thematisch über die Grundaufgabe hinaus
  • vor allem mathestarke Kinder werden durch Knobelaufgaben herausgefordert, arbeiten daran motiviert und werden in ihren Kompetenzen gefördert

https://kira.dzlm.de/node/108

https://kira.dzlm.de/node/141

Loop-Übung

  • stellen eine Möglichkeit für Lernende dar, den Unterrichtsstoff in Form eines Spiels für alle zu sichern und leicht zu wiederholen
  • im Domino-Karten-Prinzip steht auf der linken Seite der Karte eine Frage oder eine Abbildung, auf einer weiteren Karte steht rechts die Auflösung oder Beschreibung und die nächste Fragestellung
  • die Erstellung eines Loop-Spiels, zum Ende einer Unterrichtseinheit, stellt eine Eigenproduktion im Sinne des WEGE-Konzepts dar

https://pikas.dzlm.de/node/649

M

Mathebriefkasten

  • ist ein Diagnoseinstrument und ermöglicht einen regelmäßigen Einblick in die individuellen Lernstände der Kinder
  • die Kinder bearbeiten beispielsweise offene Aufgaben und legen diese anschließend in den Mathebriefkasten (z.B. gelber Schuhkarton mit einem Schlitz)
  • in den "Briefen" sollten die individuelle Aufgabenbearbeitung und Erklärungen enthalten sein (z.B. "Erkläre so, dass ich verstehen kann, wie du gedacht hast." )
  • die Bearbeitung der Aufgaben sollte nicht mehr als 5-10 Minuten in Anspruch nehmen 

pikas.dzlm.de/node/807

Mathe-Ecke

  • kann ein Platz im Klassenraum, ein Tisch oder auch ein Materialregal sein, an dem die Kinder unterschiedliche Materialien finden, mit denen mathematische Kompetenzen (auch spielerisch) gefördert werden können
  • Materialien der Mathe-Ecke können sowohl im Unterricht als auch in der Freiarbeit zum Einsatz kommen
  • umfasst sowohl "mathematische Materialien" (Zwanzigerfeld, Dienes-Material, Rechenkette, ...) als auch Material, welches universell eingesetzt werden kann (z. B. Würfel, Dominosteine, Plättchen, Steckwürfel, ...) sowie Alltagsgegenstände wie bspw. Knöpfe, Muggelsteine, Perlen usw., die zum Sortieren, Ordnen, Zählen, Vergleichen ... anregen
  • Mathematische Spiele und auch Gesellschaftsspiele 
  • Materialien zum Umgang mit Größen wie Uhr, Waage, Maßband, Spielgeld, ...
  • Materialien, die geometrische Handlungen anregen (z. B. Bauklötze, Spiegel, farbige Formen und Körper ...)

Materialvorschläge für die Mathe-Ecke

Spiele und Materialien für den Anfangsunterricht

Mathekonferenz

  • stellt die Du-Phase eines Unterrichts entsprechend des Ich-Du-Wir-Prinzips dar
  • dient der Förderung der sachbezogenen Kommunikation über mathematische Inhalte sowie der darstellenden und argumentativen Kompetenzen 
  • die Kinder finden sich in Kleingruppen (z.B. mit Hilfe der Haltestelle) zum Austausch und zur Präsentation der Arbeitsergebnisse aus der Ich-Phase zusammen 
  • die Kinder reflektieren die individuellen Lösungswege, vollziehen Lösungswege der anderen Kinder nach, finden gemeinsame Lösungen und planen die anschließende Präsentation und lernen dadurch von- und miteinander
  • für einen ritualisierten Ablauf sollte den Kindern ein Leitfaden bereitgestellt werden 
  • den Kindern sollten sprachliche Mittel bereitgestellt werden (Wortspeicher, Formulierungshilfen, etc.)

https://pikas.dzlm.de/node/787

Mathe-Wörter

  • im Wortspeicher finden sich Mathe-Wörter und Satzmuster
  • müssen in ihrer Bedeutung eindeutig geklärt und immer wieder abgesichert werden
  • zum Einüben eignen sich teilweise auch mechanische Übungen (s. Einschleifübungen)

https://pikas.dzlm.de/node/652

N

Natürliche Differenzierung

  • alle Kinder arbeiten am gleichen Lernangebot, aber entsprechend ihres individuellen Leistungsniveaus
  • die unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade ergeben sich aus der Fragestellung
  • damit erfolgt die Differenzierung von "unten", also vom "Kind aus" (Brüggelmann, 2000)
  • sozialer Austausch kommt im Sinne der natürlichen Differenzierung über die individuellen Lernwege der Kinder zu Stande, der die individuellen Entwicklungen jedes einzelnen Kindes vorantreiben kann

PriMaKom - Infopapier "Natürliche Differenzierung"

P

Piktogramme

  • geeignetes Mittel, um im Anfangsunterricht sprachbildend zu unterrichten
  • können Schriftsprache ersetzen und unterstützen
  • werden gemeinsam eingeführt und anschließend wird deren Bedeutung gesichert
  • bildliche Unterstützung der Lehrersprache
  • kontinuierlicher Einsatz erforderlich
  • Piktogramme können einzelne Fachbegriffe darstellen oder auch Abläufe sichtbar machen, wie z.B. Zerlegungsvorgänge

R

Ritualisierte Übungen

  • kurze Übung, die regelmäßig in den Mathematikunterricht integriert werden kann, bspw. zu Beginn der Mathestunden
  • Lehrperson oder ein Kind nennt eine Zahl oder Aufgabe, die die Kinder unter verschiedenen Aspekten betrachten z. B. "Die Zahl des Tages" oder "Zahlen unter der Lupe" (Nachbarzahlen, unterschiedliche Darstellungsformen, Position am Zahlenstrahl eintragen, passende Aufgaben notieren ...) oder z. B. "Die Mal-Aufgabe des Tages" (Malaufgaben in unterschiedlichen Darstellungsformen notieren)
  • zur mehrfachen Verwendung kann das Aufgabenblatt laminiert oder in einer Klarsichthülle aufbewahrt und mit einem Folienstift beschrieben werden

"Zahlen unter der Lupe"

"Mal-Aufgabe des Tages"

S

Scaffolding

  • Bezeichnung für das Bereitstellen sprachlicher Hilfen
  • komplexe Aufgaben mit hohen sprachlichen Anforderungen werden in Teilaufgaben zerlegt
  • man unterscheidet Mikro- vom Makroscaffolding
  • Micro-Scaffolding bezeichnet die spontane, vorher nicht planbare sprachliche Unterstützung in den Interaktionen mit den Kindern (z.B. Paraphrasieren, Umformulieren, ...)
  • Makro-Scaffolding bezeichnet das geplante Sprachhandeln, welches sich aus drei Elementen zusammensetzt: 
    • Bedarfsanalyse
    • Lernstandserfassung
    • Unterrichtsplanung mit gezielten sprachlichen Übungen

https://pikas-kompakt.dzlm.de/node/33

Spiele im Mathematikunterricht

  • ausgewählte Spiele in den Mathematikunterricht zu integrieren bringt den Kindern nicht nur Spaß beim Lernen, sondern kann sie beim mathematischen Lernen unterstützen
  • können eingesetzt werden in Freiarbeitsphasen, im Förderunterricht oder auch als Lerngegenstand einer Unterrichtsreihe
  • es eignen sich (Gesellschafts-) Spiele, die spezielle mathematische Themen aufgreifen (z. B. PotzKlotz, Schauen und Bauen, usw.), Spielformate wie bspw. Domino und Memory, die sich auf unterschiedliche Themen anpassen lassen, Mathespiele bspw. aus dem Schulbuch sowie Denk- und Knobelspiele

Spiele im Anfangsunterricht

Spieleliste PIKAS

Sprachliche Anforderungen im Mathematikunterricht

  • der Erwerb mathematischer Bildung hängt eng mit der Entwicklung sprachlicher Kompetenzen zusammen, weshalb Sprache im Mathematikunterricht eine besondere Rolle einnimmt (Lehrplan NRW)
  • Zum Bereich Sprachverwendung (Sprachproduktion) gehören folgende Kompetenzen:
    • Verbalisieren von Lösungswegen und Vorgehensweisen
    • Beschreiben mathematischer Muster und Entdeckungen
    • Erklären und Begründen von Zusammenhängen
    • Erfinden von Rechengeschichten und Sachaufgaben
  • Zum Bereich Sprachverstehen (Sprachrezeption) gehören folgende Kompetenzen:
    • Nachvollziehen von Beschreibungen und Erklärungen
    • Verstehen von Arbeits- und Handlungsanweisungen
    • Erschließen von Sachtexten und -aufgaben
  • Lernende sollen sich über mathematische Gegenstände und Beziehungen zunächst in Alltagssprache, dann zunehmend in fachgebundener Sprache mit fachspezifischen Begriffen austauschen​​​​

https://pikas.dzlm.de/node/1016

Sprachliches Korrektiv

  • Schaffung von Gesprächssituationen, an die die korrekte Verwendung der fachbezogenen Sprache gebunden wird, ist grundlegend für sprachfördernden Mathematikunterricht
  • die Lehrperson sollte die "Verstehens- und Erleichterungsfalle" vermeiden, nicht verstärkt auf den Inhalt der Aussagen eingehen und so eventuelle bruchstückhafte Antworten akzeptieren
  • sprachliche Fehler der Lernenden dürfen nicht immer stehen gelassen werden, müssen in Form des "korrektiven Feedbacks" aufgegriffen werden
  • beim korrektiven Feedback paraphrasiert die Lehrkraft die Aussagen der Lernenden unter Beachtung von Satzmustern und Fachbegriffen

https://pikas.dzlm.de/node/1016

Sprachliche Stolpersteine

  • mathematische Sprache ist äußerst anspruchsvoll
  • zu ihren Merkmalen gehören eine präzise, häufig abstrakte und sehr dichte Ausdrucksweise
  • es können folgende Probleme auf Satz- und Wortebene entstehen:
    • Satzebene: Passivformen, rückverweisende Pronomen, Bedingungssätze, Relativsätze, Signale für logische Verknüpfungen (jedoch, sodass,...), Inversionen
    • Wortebene: Fachbegriffe, spezifische, ungebräuchliche Wörter, Nominalisierung, Komposita, Passivformen, Genitivattributen, trennbare Verben, reflektive Verben, Verben mit präpositionalen Angaben, Verbklammer, Konjunktiv, Präpositionen (insbesondere Wechselpräpositionen, Konjunktionen, Wörter mit unterschiedlicher Bedeutung)

https://pikas.dzlm.de/node/1016

Sprach-Planungsrahmen 

  • der Aufbau und Erwerb eines Fachwortschatzes im Mathematikunterricht bedarf einer Unterrichtsplanung, welche die sprachliche Komponente gezielt in den Blick nimmt
  • ein geeignetes Instrument zur Umsetzung ist der SIOP-Planungsrahmen
  • dieser ist mit seinen acht Komponenten mit insgesamt 30 Unterpunkten sehr umfangreich
  • für die Planung von sprachfokussiertem Mathematikunterricht wurde der SIOP-Planungsrahmen angepasst und gekürzt

https://pikas-kompakt.dzlm.de/node/33

Planungsrahmen zu Zahlenketten

Planungsrahmen zur Hundertertafel

Sprachsensibler Mathematikunterricht

  • Mathematikunterricht stellt hohe sprachliche Anforderungen:
    • die Lernenden sollen viele Sprachen verstehen, sprechen und schreiben: Alltags-, Bildungs- und Fachsprache in jeweils unterschiedlichen Darstellungen 
    • der Zugang zur Bildungs- und Fachsprache gilt nachweislich als Schlüsselkompetenz, um höhere Lernziele und Schulerfolge zu erreichen
    • es geht nicht allein um Fachbegriffe
    • die Kinder müssen lernen, auch mit ganz besonderen mathematischen Sprech- und Ausdrucksweisen umzugehen
    • Satzgefüge wie z.B. "Wenn die Summanden jeweils um 1 erhöht werden, dann ..." werden typischerweise nur im Kontext Mathematik verwendet
  • das WEGE–Konzept bietet eine Möglichkeit, sprachliche Ziele zu erreichen 

https://pikas.dzlm.de/node/1016

Standortbestimmung 

  • ist ein Diagnoseinstrument und ermöglicht einen regelmäßigen Einblick in die individuellen Lernstände der Kinder
  • dient der förderorientierten Lernbeobachtung
  • kann mündlich oder schriftlich durchgeführt werden
  • soll für die Kinder auch inhaltlich eine produktive Lernsituation darstellen 
  • sollte dialogisch zur wechselseitigen Verständigung über Lernziele, Bewertungskriterien und tatsächliche Leistung angelegt sein
  • Vergleich einer Eingangs- und Abschluss-Standortbestimmung durch die Kinder ermöglicht die Erweiterung der Selbsteinschätzung und Verdeutlichung des Lernfortschritts

pikas.dzlm.de/node/808

T

Tipp-Karten

  • geben zu einer Aufgabe gestaffelte Lösungshinweise
  • die Hinweise können bildlich, symbolisch oder sprachlich gestaltet sein
  • Kinder wählen individuell aus, wie viele Tipps sie benötigen
  • Tippkarten sind an einem vereinbarten Ort im Klassenraum zu finden
  • die Arbeit und der Umgang mit Tippkarten muss gemeinsam eingeführt und besprochen werden (erst selber denken, dann individuell Hilfe suchen; Es geht nicht darum, die Lösung abzuschauen, sondern darum, Tipps für den eigenen Lösungsweg zu bekommen)

Tippkarten zu "Zahlenmauern"

Tippkarten zu "Reihenfolgezahlen"

https://pikas-mi.dzlm.de/node/49

V

Vier-Phasen-Modell ("Mathe in den Kopf") 

  • soll Kinder dabei unterstützen, Zahl- und Operationsvorstellungen aufzubauen
  • Grundgedanke: konkrete Materialhandlungen gedanklich vollziehen zu können
  • die vier Phasen
    • Das Kind handelt am geeigneten Material
    • Das Kind beschriebt Materialhandlungen mit Sicht auf das Material
    • Das Kind beschreibt die Materialhandlung ohne Sicht auf das Material
    • Das Kind arbeitet auf symbolischer Ebene, übt und automaisiert

pikas.dzlm.de/node/1073

Visualisierungen

  • die Stundentransparenz sowie Arbeitsaufträge können durch Visualisierungen unterstützt und sprachlich entlastet werden
  • hierzu können Piktogramme für Sozialformen, benötigte Arbeitsmaterialien, Zeitangaben, Hinweise auf Tipp-Karten, Möglichkeiten der Differenzierung etc. eingesetzt werden
  • die Bedeutungen sollten mit den Kindern besprochen und möglichst kontinuierlich sowie lehrer- und fächerübergreifend genutzt werden

Vorbild Lehrersprache

  • Sprachförderung im Mathematikunterricht beginnt mit einer geplanten, vorbildhaften Sprachverwendung seitens der Lehrkraft. Agiert die Lehrkraft sprachsensibel, wirkt sich dies positiv auf den Lernerfolg der Kinder aus.
  • Aspekte einer "sprachsensiblen Unterrichtsinteraktion" (siehe auch Microscaffolding):
    • langsames und deutliches Sprechen
    • Unterstützung durch Gestik und Mimik
    • ausreichende Wartezeit bei Schülerantworten
    • nochmaliges Versprachlichen ermöglichen
    • Nachfragen und Erklären
    • Reflexion des eigenen Sprachverhaltens
    • Nutzung des Wortspeichers

https://pikas.dzlm.de/node/1016

W

WEGE-Konzept

https://pikas.dzlm.de/node/1128

Wortspeicher

  • Wortspeicher sind Teil des WEGE-Konzepts
  • zur gemeinsamen Erarbeitung und Visualisierung des benötigten Fachwortschatzes (Fachbegriffe und ihre sprachliche Einbettung in fachbezogene Ausdrücke und Satzmuster auf einem Lernplakat)
  • ausgehend von den umgangssprachlichen Formulierungen der Lernenden
  • eingeführte Begriffe werden durch Fotos, Zeichnungen, Skizzen, Piktogrammen etc. veranschaulicht
  • die Einführung findet kontextbezogen statt, d.h. im Rahmen der konkreten Erarbeitung eines neuen Unterrichtsinhalts 
  • der Wortspeicher wächst im Laufe der Unterrichtsreihe
  • der Wortspeicher sollte zu jeder Lerngelegenheit für die Kinder gut sichtbar sein
  • beinhalten Mathe-Wörter und Satzmuster

https://pikas.dzlm.de/node/654